Wissen zu Frauengesundheit

Die Pille & alternative Verhütungsmittel

Nährstoffmangel durch Antibaby-Pille

Die Pille beeinflusst den Stoffwechsel der Mikronährstoffe - und zwar auf vielfältige Weise. Sie erhöht den Umsatz und Verbrauch von Vitaminen und Mineralstoffen, hindert ihre Aufnahme, sabotiert deren Stoffwechsel oder ihre Verfügbarkeit. So kann es zu zahlreichen Nebenwirkungen oder gar einem Nährstoffmangel kommen.

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Hormonfreie Verhütung NFP Kondome Kupferspirale, Diaphragma, hormonfrei

Wir thematisieren häufiger das Thema Pille absetzen und was im Anschluss alles für den Körper getan werden kann, um den eigenen Hormonhaushalt wieder in Gleichgewicht zu bringen.

Hormonbalance ist demnach ein wirklich wichtiges Thema, aber wie steht’s eigentlich um die Verhütung? Nur weil die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel dem Körper nicht mehr zugeführt werden, heißt das nicht automatisch, dass ein Kinderwunsch besteht.

Es gilt also die Wahl einer geeigneten hormonfreien Verhütungsmethode zu treffen.

Inhalt

  • Hormonfreie Verhütung im Überblick
  • NFP
    • Was wird für NFP gebraucht?
    • Körperzeichen beobachten, dokumentieren und deuten: Zervixschleim & Temperatur 
    • NFP zum Verhüten – NFP 101

Was für Optionen gibt es? Hormonfreie Verhütung im Überblick

Neben kupferhaltigen Verhütungsmethoden (Kupferkette, -spirale, -ball), gibt es die „mechanischen“ und die symptothermalen Verhütungsmethoden. 

Zu den „mechanischen" Methoden zählen zum Beispiel das Diaphragma und die Portiokappe, die häufig zusammen mit einem chemisch wirksamen Verhütungsgel oder -creme verwendet werden. Außerdem gibt es das Kondom und das Frauenkondom, die als einzige Verhütungsmittel vor Geschlechtskrankheiten schützen können. 

Schließlich gibt es noch die symptothermale Methode. „Sympto“ steht dabei für die Veränderungen des Zervixschleims und des Körpers und „thermal“ steht für die Veränderung der Körpertemperatur. 

Natürlich kann auch einfach das Prinzip der Enthaltsamkeit verfolgt werden, wobei diese Methode wohl am wenigsten Anklang findet – fair enough  

NFP 

In diesem Blogpost soll es um die symptothermale Verhütungsmethode gehen, genauer noch um NFP - die natürliche Familienplanung. 

Familienplanung und Verhütung klingen nach einem Widerspruch? In der Tat ist der Name auf den ersten Blick nicht ganz zielführend. Wenn man aber versteht, was sich dahinter verbirgt, erklärt sich weshalb NFP auch als Verhütungsmethode geeignet ist. 

Die Samenzellen des Mannes können bis zu 5 Tage unter optimalen Bedingungen im Körper der Frau überleben. Die herangereifte Eizelle ist nach ihrer Freigabe maximal 24 Stunden befruchtungsfähig, bis sie nach nicht erfolgter Befruchtung dann wieder „zugrundegeht“. Da die Samenzellen die Fähigkeit haben bis zu fünf Tage auf die Eizelle zu warten, ergibt sich eine Fruchtbarkeit von 5-6 Tagen pro Monat. 

Durch die NFP Methode kann dieser Zeitraum, auch als Fruchtbarkeitsfenster bezeichnet, ziemlich gut eingeschätzt werden. Daraus ergibt sich zum einen, dass bei bestehendem Kinderwunsch die vorhergesagte Fruchtbarkeit bestens genutzt werden kann, um eine Schwangerschaft zu planen. Zum anderen heißt das aber auch, dass eine Befruchtung verhindert werden kann, wenn darauf geachtet wird im Zeitraum der Furchtbarkeit keine männlichen Samenzellen in die Gebärmutter eindringen zu lassen. Klingt irgendwie logisch oder?

 

Nun aber erstmal ein paar Infos zu NFP und der Anwendung.

Was wird gebraucht? NFP Anwendung, Material, Ausstattung

  • Thermometer mit zwei Nachkommastellen oder einen Zykluscomputer
  • Bereitschaft sich mit dem eigenen Körper auseinandersetzen zu wollen und sich über die Methode zu informieren 
  • Zyklusblatt oder Zyklusapp zum Aufzeichnen der beobachteten Körperzeichen 

Körperzeichen beobachten, dokumentieren und deuten 

Im Fokus stehen hierbei die Veränderungen der Körpertemperatur und des Zervixschleims. Aber auch andere Körperzeichen wie die Veränderung des Gebärmutterhalses, der Brüste und des Mittelschmerzes helfen dabei den Körper und die zyklischen Veränderungen wahrzunehmen. 

Bei der Dokumentation ist jeder Person ganz freigestellt, auf welche Art und Weise die Beobachtungen notiert werden. Manche präferieren digitale Methoden und andere wiederum das gute alte Blatt Papier und den Stift. 

Egal welche Methode gewählt wird: der 1. Tag des Zyklus ist der erste Tag der Menstruation, also der Beginn der Regelblutung. In dieser Zeit kann die Stärke und die Schmerzen der Menstruation dokumentiert werden. Übrigens starke Schmerzen sind nicht normal. Lese hier mehr.

Hormonfrei Verhüten, NFP, auf den

Zervixschleim 

Hier macht es Sinn drei Dinge zu beachten: 

1. Was empfinde ich an meinem Scheideneingang? 

  • Fühlt es sich feucht oder trocken an?
  • Juckt es vielleicht sogar ein bisschen oder habe ich das Gefühl ständig auf die Toilette zu müssen,  obwohl ich keinen Harndrang verspüre?

 2. Wie fühlt sich der Zervixschleim an? 

  • Ist er klumpig, cremig, dehnbar wie rohes Eiweiß oder spinnbar?

3. Wie sieht der er aus? 

  • Ist er gelblich, weißlich, glasig oder rötlich? 
  • Ist er sichtbar, wenn ich mit dem Toilettenpapier oder dem Finger über den Scheideneingang wische? 

Auswertung: 

Trocken: nicht fruchtbar -> kein Schleim, trocken ist hierbei relativ. Es kann auch sein, dass einfach nichts gesehen und wahrgenommen wird. Meist nach Periode u./o. Eisprung

Klebrig: möglicherweise fruchtbar -> weiß, feucht, klumpig bis klebrig, Beginn des fruchtbaren Fensters

Cremig: fruchtbar -> feucht und cremig, kurz vor dem Eisprung 

Eiweiß: hoch fruchtbar -> feucht und dehnbar wie rohes Eiweiß, evtl. mit weißen Schlieren durchzogen, rund um den Eisprung 

Bei der Auswertung gilt, dass die Qualität des Zervixschleims zum Eisprung hin am höchsten ist. Wie die beste Qualität dabei aussieht, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Jede Frau hat ihr individuelles „Schleimmuster“. Für gewöhnlich wiederholt dieses sich Zyklus für Zyklus. Abweichungen können vorkommen und sollten einfach notiert werden. 

Wenn nun die optimale Schleimqualität erreicht ist, kann davon ausgegangen werden, dass der Eisprung +/- 2 Tage stattgefunden hat bzw. stattfindet.  

Temperatur 

Als Ergänzung zur Zervixschleim-Analyse wird bei NFP die Basaltemperatur gemessen. 

Im Zyklus gibt es nämlich zwei Temperaturniveaus. In der 1. Zyklushälfte ist die Körpertemperatur niedriger als in der 2. Das Hormon Progesteron, welches in der 2. Zyklushälfte dominiert, sorgt für diesen Temperaturanstieg. 

Da Progesteron erst nach dem Eisprung die Arbeit aufnimmt, kann anhand der Temperaturerhöhung von 0,2-0,6 ° C festgestellt werden, wann der Eisprung stattfindet. 

Zur Temperaturmessung sind ebenfalls zwei Sachen besonders wichtig: ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen und das Messen direkt nach dem Aufwachen. 

NFP Basalthermometer

Zur Erklärung: ein einfaches Fieberthermometer misst meist nur eine Nachkommastelle. Damit können kleinere Veränderungen also nicht gesehen werden. Beispiel: Das einfache Thermometer misst 36,2 °C, was auch wirklich 36,20 °C entspricht. Am nächsten Morgen wird wieder gemessen und die Temperatur liegt wieder bei 36,3 °C, was dieses Mal aber 36,39 °C entspricht. Das heißt, dass ein Anstieg der Temperatur von fast 0,2 °C stattgefunden hat und nicht wie vom einfachen Fieberthermometer angezeigt 0,1 °C. 

Zusätzlich ist es wichtig, die Temperatur nach dem Wachwerden und vor dem Aufstehen zu messen. Da dann die besten Vergleichswerte gezogen werden können. Körperliche Aktivität trägt nämlich zur Erhöhung der Körpertemperatur bei und morgens vor dem Aufstehen ist sie am niedrigsten.

Mittels der Dokumentation in einer App oder einem Zyklusblatt ergibt sich dann eine Temperaturkurve, anhand welcher der Eisprung i.d.R. eindeutig erkannt werden kann. 

Bei der Dokumentation ist es wichtig Störfaktoren mit zu notieren. Übermäßiger Alkoholkonsum, Abweichungen von der normalen Routine, unterschiedliche Messzeiten oder Erkrankungen können zum Beispiel Einfluss auf die Temperatur haben. Deswegen ist es ratsam nicht nur die Temperatur allein zu messen. Ein doppelter Boden ist immer besser. 

NFP zum Verhüten – NFP 101

Wie das ganze funktioniert und was benötigt wird, ist jetzt klar… aber wie geht’s nun weiter?

Gerade für NFP-Anfängerinnen ist es wohl am einfachsten zu bestimmten, wann die fruchtbare Phase beendet ist. Das wird sich anhand des Temperaturanstiegs deutlich. Vor dem Eisprung ist die Temperatur relativ gleichbleibend niedrig. Am Tag des Eisprungs erfolgt ein kleiner Temperaturabfall und am Tag nach dem Eisprung steigt die Temperatur an und zweite Zyklusphase beginnt. 

Für Frauen, die via Zyklusblatt und ohne Zykluscomputer oder App dokumentieren, gibt es an dieser Stelle einiges zu beachten. 

Die Temperaturen der nächsten drei Folgetage nach dem Temperaturabfall werden analysiert, da diese ebenfalls erhöht sein müssen. Dabei gilt die Regel, dass die Temperatur des 3. Temperaturwertes (Punkt c) nach dem Temperaturabfall beim vermutlichen Eisprung (Punkt 1) um 0,2 °C erhöht sein muss im Vergleich zum Tag vor dem Temperaturabfall (Punkt 2). Die Abbildung der Temperaturkurve verdeutlicht das. Ist diese Regel nicht erfüllt, muss weiter auf den Temperaturanstieg gewartet werden. 

Temperaturkurve NFP Basaltemperatur hormonfrei verhüten

Und wie steht’s um die Fruchtbarkeit am Anfang des Zyklus?

Für Anfängerinnen gilt hier die 5 Tage Regel. Heißt, die ersten 5 Tage können als unfruchtbar angenommen werden (fällt in den Zeitraum der Menstruation, weil hier der erste Tag des Zyklus beginnt). Wenn bereits mehrere Zyklen aufgezeichnet wurden, kann das Fruchtbarkeitsfenster genauer eingeschätzt werden. 

Moderne Zyklusapps analysieren die Daten selbst und geben eine Prognose zur Fruchtbarkeit. Dabei sollte trotzdem immer der Zervixschleim und weitere Körpersignale mit einbezogen werden. Remember: doppelter Boden! Wetterapps sagen auch nicht immer das richtige Wetter vorher und ein Blick aus dem eigenen Fenster gibt Sicherheit.

 

Logischerweise sollte im Fenster der Fruchtbarkeit dann entweder mit Kondom, Diaphragma oder der Portiokappe verhütet oder kein Geschlechtsverkehr gehabt werden. Was hier am besten geeignet ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Wenn NFP als Verhütungsmethode in Betracht gezogen wird, sollte auch der Partner involviert werden. Immerhin betrifft es nicht nur die Frau. NFP wird deswegen auch als partnerschaftliche Methode bezeichnet. 

Das mag nun alles vielleicht unfassbar kompliziert klingen. Letztlich bietet die NFP aber die Möglichkeit, den eigenen Körper besser zu verstehen und kennenzulernen. Liegen eventuell Hormonstörungen vor, weil es zu keiner Temperaturerhöhung gekommen ist oder gibt der Körper andere Signale, dass etwas nicht stimmt. 

 

Quellen:
1. Dr. Baur, S., Dr. Frank-Herrmann, P., Dr. Raith-Paula, E., Dr. Sottong, U. (2021), Natürlich und Sicher, 21. Auflage, TRIAS 
2. Simmons RG, Jennings V. Fertility awareness-based methods of family planning. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol. 2020 Jul;66:68-82. doi: 10.1016/j.bpobgyn.2019.12.003. Epub 2019 Dec 20. PMID: 32169418.
3. Wiesner C. Natural Family Planning. Dtsch Arztebl Int. 2020 Apr 3;117(14):251. doi: 10.3238/arztebl.2020.0251a. PMID: 32449897; PMCID: PMC7264290.
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Die Wirkung der Pille auf den Körper

1960 kam die Pille erstmals auf den Markt – zunächst in den USA, ein Jahr später dann auch in Deutschland.

Zweifellos revolutionierte die Pille die Frauenwelt und führte zu weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Verbesserungen. Die Frauen konnten selbst entscheiden, ob sie Kinder bekommen wollen oder nicht, wodurch sich das Leben von Frauen in vielerlei Hinsicht positiv verändert hat. 

Doch welche negativen Auswirkungen die Pille auf den Körper wirklich hat, wird oft verschwiegen oder verharmlost. 

Die Nutzung der Pille steht jeder Frau frei und sie darf selbst entscheiden, auf welche Verhütungsmethode sie setzt, was super ist! 

Problematisch wird es allerdings dann, wenn Entscheidungen aufgrund von falschen oder mangelnden Informationen getroffen werden, weil eventuell bei dem/der Frauenarzt*in zu wenig aufgeklärt wurde,  gutefrage.net Fake News verbreitet hat oder stille Post vermasselt wurde. 

Und genau das wollen wir vermeiden. Mit diesem Blogpost wollen wir einen Überblick darüber geben, wie die Pille wirklich wirkt und welche negativen Auswirkungen sie auf den Körper haben kann. 

Schaut man sich mal die Packungsbeilage einer Pillenpackung an, wird schnell klar, dass fast alle Körperfunktionen von der Pille beeinflusst werden können. Wir haben spaßeshalber mal einen Blick in die Packungsbeilage einer zufällig ausgewählten Pille („Maxim”) geworfen und diese durchgezählt. Dabei sind wir auf eine Anzahl von 155 möglicher Nebenwirkungen gekommen… 155 ?! Ja, das haben wir auch gedacht.

Auf alle einzugehen würde den Rahmen sprengen und wir würden alle noch bis übermorgen mit dem Lesen beschäftigt sein. Wir haben aber versucht, ein paar Wirkungen aufzugreifen, die unserer Meinung nach jede Frau kennen sollte, bevor sie die Pille nimmt.

Die Hormone in einem gesunden Zyklus 

Um zu verstehen was die Pille im Körper bewirkt, müssen wir einmal klären, wie überhaupt der gesunde Hormonhaushalt aussieht. 

Der weibliche Hormonhaushalt unterliegt während eines Monatszyklus natürlichen Schwankungen.

In der ersten Zyklushälfte (vom Einsetzen der Menstruation bis ca. zum 14. Zyklustag) steigen die Östrogen- und Testosteronspiegel an, was dazu führt, dass die Eizellen heranreifen und es zum Eisprung kommt.
Hierbei platzt der Follikel auf und bildet sich in den Gelbkörper um. Dieser bildet dann in der zweiten Zyklushälfte das Hormon Progesteron, was dann dafür sorgt, dass es in der Gebärmutter für die potentiell befruchtete Eizelle so gemütlich wie möglich gemacht wird. Findet keine Befruchtung statt, wird die Gebärmutterschleimhaut wieder abgestoßen (a.k.a die Regelblutung tritt ein) und der Zyklus beginnt von vorne. 

Aber woher weiß der Körper, wann wie viel Östrogen und Progesteron gebildet werden soll? Das funktioniert mit Hilfe eines Rückkopplungssystems mit dem Gehirn: Ist das Level an Sexualhormonen niedrig, schüttet der Hypothalamus das Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) aus. Dieses stimuliert an der Hypophyse die Abgabe der Hormone FSH und LH, welche wiederum die Hormonbildung in den Eierstöcken stimulierenen. Steigt das Level an Sexualhormonen, ist das das Signal für Hypothalamus und Hypophyse die Produktion zurückzuschrauben Diese Kommunikation zwischen Gehirn und Eierstöcken ist essentiell dafür, dass die richtigen Konzentrationen an Hormonen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen und es so zum Eisprung und zur Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter bzw. zum Eintreten der Periode kommen kann. 

Wirkweise der Pille 

Die Pille enthält in der Regel hohe Konzentrationen an synthetischem Östrogen und Progesteron (Gestagen).* Klingt erstmal nicht so schlimm, aber diese kleinen Dinger haben es wirklich in sich. Sie binden an den gleichen Rezeptoren, wirken im Gegensatz zu den natürlichen Hormonen aber um ein vielfaches stärker und aggressiver, da sie in der Leber relativ langsam verstoffwechselt werden. Das Gehirn registriert diese Besetzung und unterbindet so die Ausschüttung von FSH und LH zur Produktion der körpereigenen Hormone, da ja schon genügend Hormone vorhanden sind. 

Die Pille stoppt also die natürliche Kommunikation zwischen dem Gehirn und den Eierstöcken. 

Die Hormonkonzentration ist durch die Pilleneinnahme den ganzen Monat über gleich, der natürliche Hormon-Rhythmus existiert also nicht mehr.
Das bedeutet: keine Reifung der Eizellen, kein Eisprung, keine Menstruation und eben auch keine Schwangerschaft. 

Moment mal, keine Menstruation? Aber warum haben Frauen während der Pillenpause dann eine Blutung? 

Hierbei handelt es sich lediglich um eine Abbruchblutung, die durch den Entzug der zugeführten Hormone entsteht. Sie hat eigentlich keinen Sinn und wurde damals eingeführt, um Frauen das Gefühl eines normalen Zyklus zu vermitteln. 


* Die Beschreibung trifft auf die sogenannten Kombinationspillen zu, darunter fallen die meisten in Deutschland verschriebenen Pillen. Es gibt auch noch Minipillen (enthalten keine synthetischen Östrogene) und wirken etwas anders, da sie den Eisprung nicht unterdrücken. 

 

Auswirkungen auf der Pille auf den Körper 

Die Pille verändert also den Hormonhaushalt des weiblichen Körpers, so weit, so gut.
Aber was ist denn jetzt so schlimm daran, wenn die Sexuahormone in anderen Konzentration vorliegen als sie es sollten? Was können diese kleinen Dinger schon im Körper anrichten?
Leider eine ganz Menge, denn die Gesundheit hängt maßgeblich davon ab, ob die Gesamtheit der Hormone im Gleichgewicht ist. Sie werden in unterschiedlichen Organen (bei der Frau im Gehirn, den Eierstöcken, den Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse und der Schilddrüse) gebildet und beeinflussen sich alle gegenseitig. Das bedeutet: wird ein Hormon verändert, kommt es zu Störungen im gesamten Körper und zu Symptomen, die auf den ersten Blick nicht mal mit der Pille in Verbindung gebracht werden. 

Der Grund? Hormone sind quasi an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt und wirken im gesamten Körper, in jeder Zelle. So sind beispielsweise auch an der Einlagerung von Fett, der Talgproduktion oder der Stimmung beteiligt, weshalb viele Frauen in diesen Bereichen Veränderungen durch die Pille wahrnehmen. 

Die Pille entzieht dem Körper wichtige Nährstoffe 

Wenn die Pille eines gut kann, dann ist es wahrscheinlich der Diebstahl von Nährstoffen.

Durch die Einnahme erhöht sich der Nährstoffbedarf (den die meisten Menschen ohnehin schon nicht decken), wodurch ein Mangel entsteht. Und wäre das nicht schon genug, belastet die Pille massiv die Leber und den Darm, was dazu führt, dass die Nährstoffe, die in den Körper gelangen, zusätzlich auch noch schlechter verwertet werden können. 

Wenn man bedenkt, dass Nährstoffe für JEDEN Vorgang im Körper essentiell sind, kann die Pille im Prinzip auch JEDE Körperfunktion negativ beeinflussen. Der Entzug von Nährstoffen trägt massiv zu Nebenwirkungen der Pille bei und verstärkt alle anderen Probleme, die durch die Pille ausgelöst werden. 

Nährstoffe, die oftmals durch die Pille entzogen werden: Vitamin C, die meisten B-Vitamine, Vitamin D3, Magnesium, Mangan, Selen, Eisen, Jod und Zink. 

Die Pille fördert Entzündungen

Die Pille bedeutet für den Körper puren Stress und löst Entzündungsreaktionen aus. Frauen, die die Pille nehmen, habe einen Anstieg des „C-reaktiven Proteins (hs-CRP)”, was auf eine erhöhte Entzündung im Körper hinweist. Und Entzündungen sind die Wurzel aller Krankheiten. Sie können zu chronischen Krankheiten, einem durchlässigen Darm, Problemen mit der Schilddrüse, Autoimmunerkrankungen, Insulinresistenz, Diabetes, neurologischen Erkrankungen, erhöhter Sterblichkeit und vielen weiteren Symptomen führen. 

Die Pille und die Leber 

Die Leber ist der Star wenn es darum geht, Giftstoffe wie Medikamente, Alkohol oder eben auch die synthetischen Hormone abzubauen. Sie produziert das „Sexualhormon bindende Globulin (SHBG)”, um die überschüssigen Hormone zu binden und so für den Körper inaktiv zu machen. SHBG ist ein Transportprotein und insbesondere für die Inaktivierung von Testosteron verantwortlich. Eine in der Zeitschrift „The Journal of Sexual Medicine” veröffentlichte US-Studie hat ergeben, dass die SHBG-Werte bei Pillennutzerinnen viermal höher waren als bei Frauen, die die Pille nie genommen haben. Nach dem Absetzen gingen die Werte zwar zurück, waren aber auch nach einem halben Jahr noch deutlich erhöht. Möglicherweise führt die Einnahme der Pille bei manchen Frauen zu einer dauerhaft verstärkten SHBG-Produktion in der Leber, wodurch weniger aktives Testosteron vorhanden ist, was wiederum beispielsweise zu verringerter Libido und Energie führen kann. 

Die Pille und der Darm

Die Pille ist ein Hauptverursacher wenn es darum geht, die Darmflora zu stören. Es gibt mehrere Studien die zeigen, dass die synthetischen Hormone den Verdauungstrakt entzünden können und so beispielsweise ein durchlässiger Darm (Leaky-Gut) entstehen kann. Wenn der Darm durchlässig ist, können Proteine, Moleküle, Nahrungsmittel & Co. in den Darm rein bzw. raus, wo sie nicht hingehören. Darauf reagiert das Immunsystem mit einem entzündlichen Angriff, was zu weiteren stillen Entzündungen und im schlimmsten Fall zu Nahrungsmittelempfindlichkeiten und Autoimmunerkrankungen führen kann. 

Die Pille und die Nebennieren

Da die Pille stark entzündungsfördernd ist und eine Stressreaktion im Körper auslöst, produzieren die Nebennieren ununterbrochen Cortisol. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, erhöht die Pille auch noch das sog. „Cortisol-bindende Globulin”, was Cortisol bindet und inaktiviert. So können die Entzündungen weiter voranschreiten und noch mehr Stress auslösen. Der zusätzliche Entzug von Nährstoffen kann schlussendlich dazu führen, dass das Gehirn und die Nebennieren (die HPA-Achse) nicht mehr richtig kommunizieren können und es zu einer sog. „Nebennierenermüdung” kommt. Diese konnte wiederum in einer Vielzahl von Studien mit vielen weiteren Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. 

Leider sind wir in der heutigen Zeit ohnehin dauerhaftem Stress ausgesetzt, weshalb die Pille selbstverständlich nicht der einzige Grund für eine Nebenennierenermüdung ist. Auch ständige Beleuchtung durch Bildschirme, Stress bei der Arbeit, Diäten, Kaffee usw. lösen Stressreaktionen im Körper aus. Da die Pille wie ein Medikament wirkt, trägt sie aber stark zu einer Stressreaktion im Körper bei. 

Die Pille und die Schilddrüse 

Auch die Schilddrüse ist ein Organ, was sehr häufig von der Pille beeinträchtigt wird. Die Pille kann dazu führen, dass das Transportprotein „Thyroxin-bindendes Globulin (TBG)” erhöht wird. Dieses bindet das freie Schilddrüsenhormon, wodurch es dem Körper nicht mehr zur Verfügung steht. Zusätzlich ist die Umwandlung des inaktiven Schilddrüsenhormons T4 in das aktive Hormon T3 durch die Belastung der Leber, des Darms, durch den Nährstoffentzug (z.B. Jod, Selen oder Zink) und auch Entzündungen gehemmt. Dem Körper steht also viel weniger freies, aktives Schilddrüsenhormon zur Verfügung, weshalb viele Frauen während oder nach dem Absetzen er Pille eine Schilddrüsenunterfunktion erleben. 

Und da die Schilddrüse ein Allroundtalent ist und Dinge wie die Stimmung, Energie, Menstruation, Stoffwechsel (ja, auch die Einlagerung von Fett), Haut und Haare beeinflusst, ist es nicht verwunderlich, dass bei Problemen mit der Schilddrüse eine Vielzahl an Nebenwirkungen auftreten können. 

Die Pille und der Stoffwechsel

Die Pille fördert wie schon beschrieben Entzündungen. Diese Entzündungen führen dazu, dass eine Insulinresistenz entstehen kann, welche wiederum ein Risikofaktor für Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Krebs ist. Außerdem erhöht die Pille den Cholesterinspiegel, Blutdruck und das Risiko für Blutgerinnsel, was auch wieder zu schwerwiegenden Krankheiten führen kann. 

Die Pille und Depressionen  

Hormone haben einen wesentlichen Einfluss auf die Stimmung: Ca. 15% aller Stimmungsstörungen sind hormonell bedingt. Dennoch werden die psychischen Probleme durch die Einnahme der Pille oftmals verschwiegen bzw. als unbedeutend abgetan. Und das obwohl es viele Studien gibt, die auf ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Suizid und generell psychische Probleme in Zusammenhang mit der Pille hindeuten. Das ist auch eigentlich ziemlich logisch, denn fast alle bisher genannten Nebenwirkungen durch die Pille können das Risiko für Depressionen erhöhen: Nährstoffentzug, Störung der Schilddrüse und der Nebennieren, Leaky-Gut, verändertes Mikrobiom und ein verringerter Testosteronspiegel. 

Einige Studien haben außerdem gezeigt, dass der Tryptophan-Stoffwechsel durch die Einnahme der Pille nicht normal funktioniert. Durch Entzündungen kann Cortisol ansteigen, wodurch sich der Stoffwechselweg von Tryptophan verändert. Tryptophan ist zwar nur eine kleine Aminosäure, ist aber für das Gehirn, die Hormone und die psychische Gesundheit essentiell. Sie wird in Serotonin, Melatonin und Kynurensäure umgewandelt, die allesamt das Gehirn schützen. 

 

Fazit

Das alles zu lesen, ist wahrscheinlich erstmal ein ganz schönes Brett und natürlich bekommen nicht alle Frauen spürbare Nebenwirkungen durch die Pille. 

Fakt ist aber: Die Pille ist ein Medikament und kein Lifestyle-Produkt, was für schöne Haut oder größere Brüste eingenommen werden sollte. All diese „positiven” Begleiterscheinungen entstehen nur, weil die Pille Symptome der Ursachen überdeckt, die Probleme aber nicht löst und in vielen Fällen sogar noch schlimmer macht. Uns ist es wichtig, Aufklärung über dieses Thema zu schaffen und allen Frauen die Möglichkeit zu geben, ihre Entscheidung anhand aller wichtigen Informationen bezüglich der Vor- und Nachteile selbst zu treffen. Wie diese dann im Endeffekt ausfällt, ist jeder Frau selbst überlassen und sollte akzeptiert werden *drop the mic*. 


Bei Wünschen, Anregungen oder einfach nur Support, würden wir uns sehr über Feedback freuen!

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